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Gloveone: Mit diesem VR-Handschuh erfühlst Du die digitale Welt

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Um vollkommen in die virtuellen Welt einzutauchen, musst Du das Gesehene auch anfassen können. Eine vielversprechende Lösung dafür bietet der VR-Handschuh „Gloveone“. Er simuliert den Tastsinn mit einer einfachen, aber effizienten Technologie. Wir verraten Dir, wie genau das funktioniert.

Weltweit basteln verschiedene Unternehmen an Konzepten, um Deine VR-Erfahrung zu komplettieren. Mal geht es dabei um Ganzkörperanzüge, mal nur um einzelne Bereiche des Körpers – Deine Arme zum Beispiel. Auch Gloveone ist nicht der erste Handschuh seiner Art. Aber er wirkt vor allem eines: unkompliziert.

Good Vibrations – Das Geheimnis eines guten VR-Handschuhs

Deine Haut verfügt über verschiedene Rezeptoren. Dank dieser interpretiert Dein Gehirn Vibrationsfrequenzen sehr differenziert. So sorgt zum Beispiel das „Vater-Pacini-Körperchen“ in Deiner Haut dafür, dass Du Vibration zwischen 40 und 800 Hz tatsächlich als das wahrnimmst, was wir als Vibration (zum Beispiel wenn Du auf dem Smartphone eine Nachricht empfängst) bezeichnen. Eine Frequenz zwischen 0,4 und 100 Hz interpretiert das sogenannte „Merkel-Körperchen“ als Druck. Diesen Umstand können Entwickler nutzen, um dem Gehirn in einer virtuellen Umgebung taktile Empfindungen vorzugaukeln. Gruselig? Faszinierend!

Auch Gloveone funktioniert auf dieser Art von Manipulation. Pro VR-Handschuh sind 10 Aktoren verbaut. Aktoren (auch Aktuatoren) sind Bauteile, die digitale Befehle in mechanische Aktionen umwandeln beispielsweise starten sie eine Vibration oder Temperatur erhöhen. Sie sind im Prinzip die Bindeglieder zwischen analoger Mechanik und digitaler Umgebung. Die Aktoren befinden sich an den fünf Fingerspitzen und entlang Deines Handtellers. Jeder Aktor wird vom System separat angesteuert. Ein Beispiel: Wenn Du in der digitalen Welt ein Piano spielst, simuliert jeder Aktor verschiedene Druckstärken – abhängig von Deiner Bewegung und erzeugt so einen lauteren oder leiseren Ton.

 

Damit die Bewegung übertragen werden kann, ist in jedem Finger zusätzlich ein Motion-Tracking-Sensor verbaut. Dieser leitet die Bewegung Deiner Hände und vor allem Deiner Finger an das Endgerät weiter.

 

Was mache ich mit einem VR-Handschuh

 Was könnte wohl das Endgerät für solch einen VR-Handschuh sein? Die Frage ist berechtigt. Wirfst Du einen Blick auf die Website des Gloveone-Entwicklers Neurodigital Technologies, finden sich schon einige namhafte Hersteller und Anbieter für VR-Headsets, unter anderem Google Daydream VR, Samsung Gear VR und HTC Vive.

In einem Interview auf der E3 erzählt ein Entwickler von Neudigital, dass Gloveone (und sein Nachfolger) auf die größten Spiele-Engines (zum Beispiel Unreal) vorbereitet sind. Das heißt, meist ist nur eine einfach Installation der Handschuh-Software nötig, damit Du die meisten Spiele zocken kannst.  Den richtigen Durchbruch hatte Gloveone bis jetzt zwar noch nicht, aber vielleicht schafft dies ja der Nachfolger.

 

Avatar VR – Der VR-Handschuh der nächsten Generation

Wurde Gloveone noch über Crowdfunding finanziert, zeigt sich der Nachfolger wesentlich eigenständiger. Und teurer. Gloveone gab es noch für knapp 170 Euro –pro Handschuh. Die Gloveone-Weiterentwicklung Avatar VR rangiert bei umgerechnet 940 Euro. Das ist eine Stange Geld. Bei dem Avatar-VR-System wurde die Trackingfunktion auf den gesamten Oberkörper ausgeweitet. Zu dem eigentlichen VR-Handschuh kommen nun drei Gurte, die Du über Brust und Oberarme schnallst. In Kombination mit den Handschuhen kann nun Dein gesamter Oberkörper getrackt werden.

Das gibt es übrigens auch wesentlich stylischer, nämlich als T-Shirt und nennt sich E-Skin.

Neben dem reinen Einsatz in VR-Games, ist eine taktile Erweiterung der virtuellen Realität auch in anderen Bereichen interessant. Wir reden hier lieber nur zaghaft über Chirurgie per Distanz. Aber was wäre mit einer komplett virtuellen Arbeitsumgebung, in der man sich  bei Videokonferenzen auch digital die Hand schütteln kann? Wir freuen uns auf die Zukunft.

 

Schon zu viel Immersion, oder wartest Du noch auf die ultimative VR-Erfahrung? Wir freuen uns auf taktile Kommentare.

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